Facebook und die Bildqualität

Die Frage ob und wie stark Facebook (FB) hochgeladene Bilder komprimiert wird insbesondere unter Fotografen immer wieder heiß diskutiert. Fakt ist, einem sozialen Netz mit der Benutzeranzahl von Facebook bleibt letztlich nichts anderes übrig als Bilder in gewissem Maße zu komprimieren und so auf vertretbare Dateigrößen zu reduzieren.

Die Diskussionen drehen sich sehr oft um die Frage, welche Größe ein Bild haben sollte damit es möglichst gut in Facebook dargestellt wird. Facebook selber hat hierzu im Hilfebereich einen Artikel erstellt und nennt darin für normale Bildbeiträge Bildgrößen von 720px, 960px oder 2048px für die lange Kante eines Bildes (für Profil- und Titelbilder existieren wieder andere Empfehlungen). Außerdem empfiehlt Facebook in Fotoalben beim Hochladen die Option “Hohe Qualität” zu aktivieren um optimale Ergebnisse zu erhalten:
https://www.facebook.com/help/266520536764594?helpref=related

Ein kleiner Praxistest

Aber auch ein Hochladen der Bilder in den genannten drei Größen schützt letztendlich ggf. nicht davor, dass FB die Bilder durch nachfolgende Kompression verkleinert, wie ein kleiner Test zeigt. Als Beispiel wurden zwei Bilder aus Lightroom (LR) mit 2048 x 1365px exportiert. Als JPEG-Qualität für den Export wurde als Vorgabe 90% gewählt, wobei aber keine Beschränkung der Dateigröße angegeben wurde. Bild A hat bei diesen Einstellungen als JPEG nach Export 2,19 MB und Bild B kommt noch auf 1,56 MB.

Nach Hochladen der Bilder bei FB, Ansicht im Vollbildmodus und Speichern dieser Ansicht auf dem PC hat Bild A nur noch 0,6 MB und Bild B ebenfalls nur noch 0,6 MB.
Facebook hat demnach beide Bilder bei einer unveränderten Auflösung von 2048 x 1365 Pixeln auf 27% (Bild A) bzw. 38% (Bild B) der Ausgangsgröße komprimiert. Das klingt schon nach einem Qualitätsverlust. In der Tat lassen sich die Dateigrößen nur nachstellen, wenn aus Lightroom mit ca. 40-50% JPEG-Qualität exportiert wird. Doch wie wirken sich diese Zahlen auf die Bildqualität im direkten Vergleich aus?

Um diese Frage zu beantworten sind nachfolgend zwei Bereiche aus Bild B in der 200% Ansicht zu sehen. Links sind die Ausschnitte aus dem 90% JPEG Export von Lightroom mit 1,6 MB Dateigröße zu sehen, rechts der jeweils identische Ausschnitt aus der 0,6 MB großen FB-Datei.

Unterschiede sind in diesem Bild zwar erkennbar, fallen aber aufgrund des unruhigen Motivs nicht weiter auf. Kompressionsartefakte nehmen zwar mit der starken Komprimierung zu, gehen aber im Pixelgewirr dieses Bildes unter. In der 100% Ansicht sind fast keine Unterschiede mehr wahrnehmbar und in den verkleinerten Ansichten, die Facebook den meisten Usern auf deren Endgerät zeigt, spielen die Qualitätsunterschiede eigentlich gar keine Rolle mehr. Ebenso ist dies im Blätterwald von Bild A.
Alles gut also in Facebook Univerum für Fotografen?

Nicht ganz. Aller guten Dinge sind drei, so auch bei diesem kleinen Praxistest. Als drittes Bild wurde eine Landschaftsaufnahme mit einem großen, grauen Himmel und ein paar kahlen Bäumen davor ausgewählt. Die aus LR mit 90% Qualität exportierte Version kommt auf 1,7 MB Dateigröße, die aus FB gespeicherte Version hat nur noch 0,7 MB. Auf dem folgenden Bild sind links wieder 200% Ausschnitte der qualitativ besseren Variante, rechts die identischen Ausschnitte aus der FB Version zu sehen.

Und hier gehen nun die Kompressionsartefakte nicht mehr im Gewirr der Pixel unter und die Verschlechterung der Bildqualität durch die FB Kompression ist deutlich erkennbar. Neben den Artefakten um die Blätter kommt es zusätzlich zu Tonwertabrissen im Himmel. Dies ist erkennbar daran, dass sich in eigentlich fast gleichförmigen, einfarbigen Bereichen im Himmel Bandenmuster und Artefakte bilden. Insgesamt ist der Unterscheid in diesem Beispiel wesentlich deutlicher zu erkennen.

Fazit

Selbst wenn ihr euch an die Vorgaben von Facebook zur Abmessung von Bildbeiträgen haltet, schützt dies ggf. nicht vor einer nachträglichen Komprimierung durch FB. Bei vielen Bildern sind die Unterschiede in der Praxis nur schwer erkennbar. Insbesondere bei sehr detailreichen Bildern sind die Qualitätseinbußen marginal. Bei problematischeren Bildern, z.B. mit vielen gleichmäßigen Farb- und Helligkeitsverläufen oder kontrastreichen Details auf einfarbigen Hintergründen, kann die Kompression aber zu merklichen Verschlechterungen in der Bildqualität führen.

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