Lust auf Pfannkuchen? Das EF 40/2.8 Pancake Objektiv

Eigentlich bin ich je eher der Fan von Zoom-Objektiven. Mit meinen beiden Arbeitspferden, dem 16-35/4 und dem 70-200/2.8, entstehen mehr als 80% meiner Bilder. Und doch habe ich letztens meine Fototasche mit dem Canon EF 40/2.8 Objektiv* erweitert. Das sogannte Pancake ist klein und flach wie ein Pfannkuchen und gerade deshalb auch interessant, denn es verpricht eine sehr gute Abbildungsleistung bei wenig Platzverbrauch im Fotorucksack. Zudem ist es eine recht günstige Festbrennweite im aktuellen Canon-Programm. Genug Pluspunkte, um es einmal mit dem Pfannkuchen zu versuchen.

Warum haben wollen?

Mein bisheriges Repertoire an Festbrennweiten umfasste bisher die folgenden drei Objektive, mit denen sich ein guter, sinnvoller Bereich abdecken lässt:

  • 28/1.8 USM
  • 50/1.8 II
  • 85/1.8 USM

Auf den ersten Blick macht da eine Erweiterung mit dem EF 40/2.8 keinen so großen Sinn. Fakt ist aber leider auch, dass ich mit dem EF 50/1.8 – dem auch liebevoll “Joghurtbecher” genannten Objektiv – nie warm geworden bin. Die Brennweite war mir als “Immerdrauf” zu lang, die Linse hat mir nie richtig gefallen. Mit dem EF 40/2.8 wollte ich ein kleines, unauffälliges, leichtes “Immerdrauf” mit einer etwas geringeren Brennweite als die ungebliebten 50mm in meine Sammlung aufnehmen. Zwischen den bleibten und gängigen Brennweiten von 35mm und 50mm gelegen hoffe ich, dass es ein bisschen von beiden Welten vereint.

Erster Eindruck

Nach dem Auspacken fallen zwei Dinge sofort auf: Die geringen Abmessungen dieses kleinen Objektivs und das für die geringe Größe doch recht hohe Gewicht, auch wenn 130 Gramm absolut gesehen nicht schwer ist. Das Objektiv wirkt optisch “niedlich”, aber insgesamt doch wertig. Das Bajonett ist aus Metall und nicht wie beim EF 50/1.8 II aus Plastik und so hinterlässt die Linse durchweg einen guten ersten Eindruck.

Also ran an die Kameras. Es macht “klack” und das Objektiv sitzt fest auf meiner 6D. Wackeln tut da nix. Aber es wirkt klein und fast verloren im Vergleich zur Kamera. An der 5D sieht das nicht anders aus und die kleinen Dimensionen werden hier wirklich deutlich. Genau so hatte ich mir das aber auch vorgestellt 🙂 Klein, unauffällig, nicht sperrig und transportabel.

Erste Testbilder mit dem neuen Objektiv

Da ich die Linse an einem Wochenende aus der Packstation holen konnte, ging es recht zügig los mit Testbildern. Hierzu nahm ich die EOS 6D und machte zuerst einen kurzen Test des Autofokus bei Offenblende, mit dem ich zufrieden war. Danach zog ich mit der Kamera los und machte einige Bilder, insbesondere bei Offenblende. In vielen Tests wurde die Linse gerade auch für die Schärfe und Abbildungsqualität bei f/2.8 gelobt, das wollte ich natürlich erst einmal selber testen.

Und mit diesen ersten Tests bin ich durchweg zufrieden. Die Schärfe im Fokusbereich ist wirklich toll und ich persönlich finde es bei Offenblende schon 100%ig und ohne Einschränkung nutzbar. Der AF sitzt nicht ganz so flott wie bei teureren USM Objektiven, ist aber immer noch sehr flott und vor allem treffsicher und verlässlich.

In anbetracht des Preises und der Größe ist die Abbildungsqualität schon beachtlich.  Auch wenn ich die Linse bisher noch nicht für ein Portrait-Shooting eingesetzt habe freue ich mich schon auf die ersten Portraitbilder mit dem Pancake. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Linse auch hier eine gute Figur machen wird.

Langzeitbelichtungen – Blendensterne und Flares

Neben Portraits sind Langzeitbelichtungen zur Blauen Stunde ein Einsatzgebiet, bei denen ich gerne schon mal ‘ne Festbrennweite auf die Kamera schraube. Mein altes EF 50/1.8 zeigte hierbei oft Flares, also störende Reflexionen von starken Lichtquellen. Anders als Blendensterne sind diese Reflexionen eher unerwünscht und stören den Gesamteindruck des Bildes. Dementsprechend gespannt war ich, wie sich das nur unwesentlich teurere EF 40/2.8 sich hier schlägt. Mit seinen 9 Blendenlamellen sollten die Blendensterne mit 18 Sternspitzen relativ elegant aussehen und wenn das Objektiv darüber hinaus keine Neigung zu störenden Refelxionen hätte wäre das schon toll.

Also ging es spontan Abends ins Ruhrgebiet. Einmal positionierte ich mich in Duisburg mit Blick auf die Hüttenwerke Krupp-Mannesmann. Stahlwerke zur Abendzeit sind irgendwie immer großartige und beeindruckende Motive und gehören im Bereich der Industriefotografie zu meinen Lieblingsobjekten. Mit der Performance des kleines Pancakes unter den Bedingungen bin ich sehr zufrieden. Es zeigt eine super Schärfe und eine gute Bildqualität, tolle Blendensterne und keine störenden Flares. Darüber hinaus haben die Bilder einen Detailreichtum, wie man ihn sich von Festbrennweiten wünscht. Anbei ein paar Bilder aus diesen abendlichen Objektivtests. Da kann man nicht meckern.

Gesamteindruck

Mich hat das EF 40/2.8 bsher überzeugt. Das Preis- Leistungsverhältnis empfinde ich als sehr gut, die optische Leistung ist sehr gut. Letztendlich liegt mir die Brennweite von 40mm auch mehr als mein altes 50mm. Der Unterschied beträgt zwar lediglich 10mm, mir gehen Fotos mit dem 40mm Objektiv aber einiges leichter von der Hand, ich empfinde die Bildgestaltung als natürlicher als mit 50mm. Warum ist schwer auszudrücken. Lange Rede, kurzer Sinn .. das EF 50/1.8 hab ich schon kurz nach Kauf des Pancakes an einen Fotofreund veräußert. Das EF 40/2.8 hat dafür seinen Platz eingenommen und ich bin mir sehr sicher, dass ich es regelmäßiger nutzen werde als das 50er. Ich steh auf Pfannkuchen 🙂

5 Gründe, waum 40mm die beste Brennweite ist 🙂

Auch Kai Wong mag offensichtlich das 40/2.8er sehr gerne. Warum, das erklärt er auf seine unverwechselbare Art in diesem Youtube-Video, welches ich hier unten für euch verlinkt habe:

Alternativen für Crop-Kameras

Den Artikel hier inkl. der Meinung, dass en 40er ein gutes, alltägliches Immerdrauf-Objektiv ist, habe ich natürlich aus sicht meiner Kleinbild-Kameras geschrieben. An einer APS-C Kamera hätte das 40mm Objektv einen Bildwinkel wie ein 64mm Objektiv am Kleinbildsensor und wäre damit natürlich schon keine Normalbrennweite mehr. Dass ich das 40/2.8er an Vollformat als geniale “immerdrauf” Brennweite empfinde, liegt an der guten Symbiose aus 35mm und 50mm in diesem Objektv. Es ist zwar kein Fisch und kein Fleisch, aber irgend etwas dazwischen, was für mich darüber hinaus gut zu fubktionieren scheint. Das gilt für mich wie gesagt für den Kleinbildsensor. Am APS-C Sensor wäre meine Empfehlung das (noch günstigere) EF-S 24mm/2.8*. Auch dieses EF-S Objektiv ist ein Pancake Objektiv, zudemhat es am APS-C Sensor mit umgerechnet 38mm (auf KB) einen vergleichbaren Bildwinkel wie das 40er am KB-Sensor bei einer vergleichbar kompakten Bauweise.

Weiterführende Links

Hier hab ich noch ein paar interessante Links zum 40/2.8er Objektiv für euch zusammengestellt


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