Outdoor Blitzen mit der Aurora Firefly II

Der Winter hat sich zum Glück wohl erst einmal verabschiedet. Mit dem Frühling kommt der Start der Outdoor-Fotosaison. Das merkt man ganz deutlich daran, dass ich den letzten Artikel hier im Blog vor fast genau drei Wochen veröffentlicht habe. Für dieses Jahr habe ich mein Equipment für die Outdoor-Fotografie wieder etwas aufgestockt. Hinzu gekommen ist die “Aurora Firefly II”, eine kleine und mobile Beauty-Box bzw. Softbox, welche erstaunlich praktisch ist.

Meine Anforderungen an mobiles Equipment

Mobil mit Blitzen zu arbeiten ist manchmal eine Herausforderung für sich. Um möglichst leicht unterwegs zu sein setze ich gerne auf Speedlights, also Aufsteckblitze. Die lassen sich recht gut transportieren, wiegen wenig und sind in der Regel bequem mit AA-Akus zu betreiben. Das ist üblicherweise meine Strategie wenn es vor die Türe geht und ohne 220V Anschluß in der Nähe geblitzt werden soll. Ganz praktisch im Zusammenhang mit Speedlights sind mobile Softboxen, die es von verschiedenen Herstellern in ganz unterschiedlichen Ausführungen gibt.

Meine erste mobile Softbox war vor längerer Zeit eine günstige Softbox von Neewer. Die ist zwar transportabel, jedoch ist das System zum Auf- und Abbau recht umständlich. Vor Ort muss es aber manchmal schnell und unkompliziert gehen und gerade hier hat das System meiner alten Softbox meiner Meinung nach Schwächen. Keine Frage – das Preis/Leistungsverhältnis solcher günstiger Softboxen ist gut – aber vor Ort nervt es manchmal, wenn Aufbauen, Zusammenlegen und Verstauen zu lange dauert. Angenervt von der günstigen Lösung habe ich dann zwischenzeitlich immer mal wieder auf (Klemm)-Halterungen für Systemblitze mit Bowens-Anschluss ähnlich der folgenden Beispiele* gesetzt.

Diese Halterungen gestatten eine Nutzung von normalen Lichtformern mit Bowens Anschluss in Kombination mit Speedlights. Je nachdem wohin es zum Fotografieren geht, kann man damit normale Studiolichtformer nutzen. Ich habe hier und da schon mal ‘nen Standardreflektor und ‘nen 65-er Beauty-Dish oder ‘ne 60er Octabox auf die Rückbank des Autos geworfen und diese Outdoor zusammen mit Speedlights genutzt. Diese Lösung gefiel mit schon besser, ist aber auch manchmal etwas umständlich. Also sollte eine bessere und transportablere Lösung her.

Aurora Firefly II

Mobile Softbox-Lösungen gibt es so einige. Zwei sehr bekannte sind die zusammenfaltbaren Lösungen der Hersteller Aurora und SMDV. Und diese Systeme kamen für mich in Frage.

Nach dem Lesen vieler Bewertungen und Foren, fiel meine Entscheidung zugunsten der Aurora Firefly II mit 65cm Durchmesser.  Ausschlaggebend war mein Bauchgefühl was die Ausgestaltung der Blitzhalterung angeht, die mir bei der Aurora etwas stabiler erscheint. Da ich beide Varianten vorher nicht testen konnte war das aber wie gesagt eine Bauchentscheidung und Spekulation.

Erster Eindruck

Die Aurora Firefly II kommt sehr kompakt in einer kleinen Tasche daher. Diese lässt sich dank Schlaufen und Trageriemen entweder irgendwo am Rucksack festklemmen oder halt über die Schulter hängen. In der Tasche findet man die Firefly II Softbox, einen Front-Diffusor aus Stoff zum Überspannen und eine Halterung für die Befestigung der Softbox auf einem Lampenstativ bzw. für die Halterung des Speedlights.

Die Softbox selber wird ähnlich eines Regenschirms aufgespannt. Nach dem Ausklappen einer Metallschiene an kann die Box dann mit einer Schraube an der mitgelieferten Stativ- und Blitz-Halterung befestigt werden.

Die gesamte Zeit zum Auspacken und Aufbauen baläuft sich auf ca. 1-2 Minuten und der gesamte Aufbau gestaltet sich recht unkompliziert. Bei den ersten 1-2 Einsätzen der Box wird man ggf. noch etwas fummeln müssen bis die Box genau auf der Höhe montiert ist, dass das Speedlight mittig passt. Aber das hat man schnell raus. Die Aurora Firefly II schlägt sich beim Aufau aber meiner Meinung nach sehr gut, macht einen robusten Eindruck und mir erscheint das gesamte Handling intuitiv.

Die Praxis

Ich hatte die Box nun schon ein paar Mal im Outdoor-Einsatz und bin zufrieden. Ob als Hauptlicht für Portraits oder nur zum Aufhellen bei ungleichmäßigem Sonneneinfall, bisher hat alles bestens funktioniert. Das Licht mit aufgespanntem Diffusor ist sehr schön und weich und ich kann die Box Outdoor eigentlich für die gleichen Aufnahmebereiche nutzen, wie ich auch im Studio eine 65-er Box nutzen kann. Zusammen mit den von mir verwendeten Speedlights mit Leitzahl 58 hab ich gefühlt für fast alle Außeneinsätze genug Power und eine Box am Start, die mir vor Ort ein unkompliziertes Arbeiten gestattet.

Ein paar Worte noch zum Outdoor-Einsatz: Verwendet man nur Speedlights ohne Lichtformer auf Lampenstativen, dann tun es günstige und leichte Lampenstative. Mit einer mobilen Softbox oben drauf jedoch werden die Aufbauten schon leicht zu einem Windfang. Mit leichten, günstigen Lampenstativen besteht die Gefahr, dass das Equipment schnell kippt sobald ein Windstoß aufkommt. Auf unebenem Terrain erhöt sich die Gefahr nochmals. Aus diesem Grunde nutze ich für mobile Softboxen ein stabileres Lampenstativ mit ca. 4,5kg Gewicht und einer Belastbarkeit bis 20kg. Der Standfuß ist breiter, das Stativ schwerer und der Schwerpunkt tiefer. Leider habe ich dafür auch mehr zu schleppen. Für normale Outdoor Aktivitäten aber bieten diese Stative meiner Meinung nach schon eine ausreichende Stabilität und ich persönlich verzichte dann sogar auf zusätzliche Gewichte oder Beschwerungen am Stativ.

Umbau als Beauty-Dish

Für die Aurora Firefly II gibt es als optionales Zubehör noch eine metallische Deflektorscheibe, welche sich in die Mitte der Box schrauben lässt. Wird dann der Diffusor-Überzug weg gelassen, hat man einen mobilen Beauty-Dish mit etwas härterem Licht. Der Deflektor kann für ca. 20€ erworben werden und ich hab ihn mir direkt zur Firefly II mit besorgt. Bisher habe ich die Box einmal mit eingesetzter Deflektorscheibe verwendet, die Bilder aber anschließend verworfen, weil mir das Licht nicht gefiel. Das mag am speziellen Setting gelegen haben, aber hier steht für mich eine abschließende Bewertung noch aus. Angesichts von “nur” 20€ die man aber maximal in den Wind schießt wenn das Licht nicht gefällt, ist dies vielleicht eine Option für Fotografen, die eh schon die Firefly II aber noch keinen mobilen Beauty-Dish besitzten.

Fazit

Der Kauf hat sich für mich schon gelohnt. Insbesondere die erhoffte Erleichterung bei Auf- und Abbau der Softbox gegenüber günstigen, mobilen Softboxen ist spürbar. Das Handling der Box im Alltag ist einfach intuitiver. Das Licht der Box mit aufgespanntem Diffusor gefällt mir sehr gut. Das Licht als Beauty-Dish mit optonalem Deflektor möchte ich aufgrund fehlender Tests noch nicht bewerten. Hier sei halt nur gesagt, dass es diese Option gibt.

Meiner persönlichen Meinung nach macht man als Outdoor Fotograf mit den Boxen von Aurora oder SMDV nicht viel falsch. Wie gut oder schlecht sich günstigere Nachbauten hier schlagen kann ich nicht sagen. Gerade aber im Hinblick auf kompaktes, leichtes Equipment sind die genannten Systeme top. Für welches Sytem man sich dann letztlich entscheidet ist wohl oft auch Bauch- oder Geschmacksache.

Solltest du noch keine mobile Softbox besitzten und bist an einer Anschaffung interessiert, dann wäre mein Tipp: Planst du die Softbox regelmäßig Outdoor oder transportabel zu verwendet? Muss es vor Ort schnell un umkompliziert gehen? Dann greif besser direkt zu einer hochwertigeren Lösung. Benötigst du die Softbox für 1-2 Einsätze pro Jahr, vielleicht sogar für Bilder im Familienkreis, dann tut es eine günstige Alternative. Denn der Preisunterschied findet sich eher im Handling als in der Lichtqualität wieder.

 


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