3D LUT Dateien als Preset in Lightroom nutzen

Servus. Lange war es hier im Blog still. Zum einen ist das gute Wetter schuld. Ich bin aktuell fast jedes Wochenende irgendwie unterwegs und lasse den Verschluss rattern. Zum anderen habe ich mir eine neue Software für Farbbearbeitungen zugelegt und viele ältere Bilder in ruhigen Minuten nochmal neu bearbeitet. Auch das frisst natürlich Zeit. Mein neues Programm nennt sich “3D LUT Creator” und stellt für mich eine echte Bereicherung bei Farbkorrekturen dar. Die vom Programm erstellten 3D-LUT Files (Abk. für Look Up Table) werden in der Regel in Photoshop als Einstellungsebene verwendet. So ist es auch in der Software implementiert. Wer den Umweg über Photoshop aber eigentlich nicht mag, kann mit einem kleinen Trick LUTs wie Presets in Lightroom nutzen. Wie das geht erfährst du hier.

Der herkömmliche Weg

Der “3D LUT Creator” ist ein externes Programm und lässt sich unabhängig von Adobe Photoshop starten. Der normale Weg mit Photoshop ist der, beide Programme zu starten und das zu bearbeitende Bild zuerst in in Photoshop zu öffnen (Abb.1).

Abb.1: geöffnetes Bild in Photoshop

Anschließend wird das Bild im 3D LUT Creator über den Button “Image from PS” eingelesen und die Farbkorrekturen können vorgenommen werden (Abb.2).

Abb.2: Importiertes Bild mit Farbkoorekturen im 3D LUT Creator

Ist das geschehen, dann wird das LUT File üblicherweise über den Button “LUT to PS” nach Photoshop exportiert und dort als Einstellebene auf das Bild angewendet (Abb.3).

Abb.3: LUT Datei als Einstellebene in PS

How-To: LUT-Dateien als Preset in Lightroom nutzen

Für häufig genutzte Farblooks besteht aber auch die Möglichkeit, die LUTs über einen Trick als “Preset” auch aus Adobe Lightroom heraus direkt zu nutzen. Das ist recht komfortabel und insbesondere nützlich, wenn es nichts zu retuschieren gibt. Hier erspart man sich so den umständlichen Weg über Photoshop. Das Ganze funktioniert mit wenigen Schritten:

A) LUT Datei als *.cube File speichern

Zuerst erstellst du im 3D LUT Creator wie gewohnt deinen gewünschten Look. Diesen musst du nun als *.cube Datei abspeichern, nicht (!) als *.3dl (Abb.4). Das ist wichtig, damit die Export-Datei in das Preset eingebunden werden kann, denn mit *.3dl Dateien kann Adobe Camera RAW nicht arbeiten.

Abb.4: LUT Datei als *.cube speichern

Merk dir den Speicherort der *.cube Datei gut, denn den benötigst du im weiteren Verlauf.

B) Ein unbearbeitetes RAW unter PS in Camera-RAW öffnen

Nun öffne eine unbearbeitete RAW Datei in Photoshop und du landest im Camera RAW Filter. Wenn dies nicht automatisch geschieht, öffne aus Photoshop heraus Camera RAW über das Menü “Filter”.

C) Gegebenenfalls Einstellungen im RAW Converter vornehmen

Wenn du in deinem Preset neben der Farbanpassungen durch das LUT File auch andere Einstellungen einbetten möchtest (z.B. Anpassungen von Tiefen, Lichter, Gradation, Schärfe etc), nimm diese Einstellungen nach deinem Geschmack zuerst in Camera RAW vor (Abb.5).

Abb.5: Grundeinstellungen für die RAW Entwiclung in CR

D) Die erstellte *.CUBE-Datei in eine CR Vorgabe einbetten

Wechsele nun während du in Camera RAW bist in den Menüpunkt “Vorgaben”, dies ist der letzte Menü-Button in der Icon Leiste (Abb.6).

Abb.6: Vorgaben Menü in CR

Hier erstellst du nun bei gedrückter ALT-Taste (wichtig!) eine neue Vorgabe, indem du auf das Symbol klickst (Abb.7). Vergisst du das Drücken der ALT Taste, dann landest du im falschen Menü.

Abb.7: bei gedrückter ALT Taste eine neue Vorgabe erstellen

Bei gedrückter ALT Taste öffnet sich jetzt ein Fenster, in welchem man ganz unten eine CUBE Datei einbinden kann (Abb.8).

Abb.8: Einbinden der CUBE Datei

Klicke einfach auf das Kontrollkästchen “Farbensuchtabelle” und wähle dann die zuvor erstellte CUBE Datei aus. Gibt anschließend der neuen Vorgabe noch einen aussagekräftigen Namen und speichere diese ab.

E) Vorgabe in Lightroom CC auswählen

Nach Neustart von Lightroom kannst du das gerade gespeicherte Preset nun auf RAW Dateien aus deinem Katalog direkt anwenden, ohne zuerst den Weg über PS und den 3D LUT CReator nehmen zu müssen. Klicke hierzu im “Entwickeln”-Modul auf den Auswahlbutton für (Kamera)-Profile (Abb.9).

Abb.9: Profile in Lightroom CC aufrufen

Voilà: In der Auswahlliste findest du nun die unter Camera-RAW erstellte Vorgabe mit dem eingebetteten LUT File (Abb.10).

Abb.10: CR Vorgabe mit eingebettetem LUT File

Fazit

Für oft genutzte Looks bietet der oben gezeigte Weg eine elegante Möglichkeit, Einstellungen aus dem 3D LUT Creator direkt in Lightroom zu benutzen. Gerade für Bildserien mit vielen Bildern, die in einem identischen Look bearbeitet werden sollen, ist dieser Weg weitaus zeitsparender als der herkömmliche Weg über PS. Für mich ein echter Zugewinn an Flexibilität.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.