Quo vadis angeblitzt.de?

Au weia. Es war wieder sehr lange ruhig hier, das gebe ich zu. Viel zu lange eigentlich. Aber es ist im letzten Jahr privat sehr viel – zumeist Gutes – passiert und in solchen Zeiten rückt ein Blog nun halt in die zweite Reihe. Jetzt geht es aber wieder ein bisschen regelmäßig- unregelmäßiger los hier mit dem Schreiben.

Thematisch wird es wohl auf absehbare Zeit hier im Blog als auch auf meinem verwaisten Youtube-Kanal im Schwerpunkt um Astrofotografie gehen. Vorher war das ja nur ein Thema von vielen. Einhergehend mit diesem inhaltlichen Schwenk kommt auch eine kleine Layout-Änderung des Blogs. Hintergrund ist ganz einfach der, dass ich bei der Astrofotografie massiv mein Setup erweitert habe. Aktuell räume ich der normalen Fotografie (People, Lost Places, Landschaft etc.) deutlich wenig Platz in meiner Freizeit ein als zuvor.  Die letzten Jahre war ich sehr aktiv bei TfP-Shootings und viel unterwegs auf Fotoausflügen und ganztägigen Touren. Als frisch gebackener Vater liegen die Prioritäten nun halt auch zeitlich anders und ich werde solche zeitraubenden Tagesaktivitäten zugunsten Sohn und Partnerin zurückfahren.

Ein zweiter, nicht unwichtiger Grund ist natürlich auch der, dass ich ja auch schon immer einen Hang zur Astrofotografie und astronomischen Themen hatte. Bisher hatte ich aber den richtigen Einstieg mit fototauglichem Teleskop und allem Drum & Dran gescheut und immer „nur“ weitwinkelige Milchstraßenaufnahmen vom Stativ oder mit dem Omegon MiniTrack LX2 gemacht. Das hat sich seit Anfang Juni geändert. Vor einigen Wochen habe ich mir ein neues Spiegelteleskop (mein altes Spiegelteleskop ist einfach nicht fototauglich) auf einer ausreichend stabilen, astronomischen Montierung zugelegt. Zudem habe zudem eine alte Canon EOS 6D astromodifizieren lassen. Mittlerweile ist auch non ein sogenanntes „Guiding-Scope“ (Leitrohr) zur Korrektur der Nachführung hinzugekommen und es geht bei mir mit ernsthafter Deep-Sky- und Astrofotografie los.

Alles macht die Hardware – oder: alle Macht der Hardware?

Wie ich schon schrieb, habe ich den Einstieg nun gemacht und meine Möglichkeiten drastisch erweitert. Mein aktuelles astrofotografisches Setup seht ihr auf dem Bild hir unten. Es besteht aus einem Skywatcher 150/750 PDS. Das ist ein Newton Spiegelteleskop mit einer Öffnung von 150mm bei einer Brennweite von 750mm (f/5). Als astronomische Montierung arbeitet darunter eine Skywatcher HEQ-5 Pro, welche das Teleskop und die Fotoausrüstung mit der Erdrotation mitbewegt. Mit einer Tragkraft von 14kg bietet sie ausreichend Stabilität für mein Setup.

Mein aktuelles Setup: ein 150/750 Spiegelteleskop auf HEQ-5 Pro Montierung und ein bisschen “Zeug”

Aktuell fotografiere ich am Teleskop mit einer astromodifizierten Canon EOS 6D (EOS 6Da) im nativen Fokuspunkt des Teleskops, d.h. das Teleskop ist quasi die „Linse“ und ich fotografiere mit 750mm Brennweite. „Astromodifiziert“ ist die Kamera deshalb, weil ein Filter vor dem Sensor entfernt wurde. Dieser schluckt bei normalen Kameras einen großen Teil des roten HII-Lichtes.  Dieses rote Licht ist eine Emissionslinie von Wasserstoffgas wird von leuchtenden Wasserstoff-Gasnebeln ausgesendet. Sie ist für viele Astrofotos von größerem Interesse. Bei unmodifizierten, normalen Fotokameras erreicht nur ca. 25% dieses HII-Lichts den Sensor, während dies bei modifizierten Kameras immerhin ca. 80% sind.

Dafür sind modifizierte DSLRs nicht mehr uneingeschränkt alltagstauglich. Die Kamera kann z.B. den Weißabgleich nicht mehr korrekt einstellen und zudem ist der Rotkanal empfindlicher. Bei realen Fotos kann der Rotkanal daher schneller übersättigen (ausbrennen). Zwar kann man den Weißabgleich nachträglich oft bei der Entwicklung von RAWs korrigieren. Ein ausgebrannter Rotkanal ist aber nachträglich nicht mehr zu retten. So kann es passieren, dass bei einem ansonsten gut belichteten Bild ein rotes Kleid keinerlei Struktur mehr hat und nur noch eine homogene, rote Fläche ist, weil der Rotkanal trotz guter Belichtung längst ausgebrannt ist. Da ich meine 6Da aber zukünftig nahezu ausschließlich auf dem Teleskop nutze werde war dies für mich kein Argument gegen einen Umbau.

Es geht weiter – nur wohin?

Soweit so gut. Wohin geht also nun die Reise und welche Artikel und Videos wird es in Zukunft hier geben? Ein Schwerpunk wird sicher wie beschrieben die Astrofotografie werden. Zum einen wollte ich kleinere Artikel zu konkreten Fotos und Himmelsobjekten schreiben (Hintergrund, Setup, Entstehung). Es wird aber auch um allgemeine Technik-Themen, Hard- und Software und natürlich um Bildbearbeitung gehen. Ggf. sind auch ein paar Artikel oder Videos zu Astro-Grundlagen (Montierungstypen, Koordinatesysteme etc) geplant. Immerhin mach ich gerne schon mal den “Erklär-Bär”.

Ich werde auch immer wieder über normale fotografische Themen bloggen, aber sicherlich deutlich weniger als vorher. Letztendlich wird die Artikelauswahl ein bisschen das wiederspiegeln, was gerade in meinem Foto/Astrofoto-Hobby so passiert – und das ist aktuell zu 90% Astrofotografie

Also denn, bis die Tage und “Clear Skies”!

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